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Nach dem Tod ihres geliebten Großvaters erbt die junge Kartografin Lena eine Seekiste mit einer Karte, die eine Stadt zeigt, die in keinem Atlas existiert. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Jonas folgt sie den geheimnisvollen Linien in ein vergessenes Gebirge.
Elias Lindemann war ein Meister der Geografie, dessen handgezeichnete Werke geschätzt wurden. Mit seinem Tod hinterlässt er seiner Enkelin eine letzte, rätselhafte Karte, deren Linien über die Grenzen des Sichtbaren hinausweisen.
Als Historiker schätzt Jonas klare Quellen und gesicherte Jahreszahlen, doch Lenas geheimnisvolle Karte fordert seinen Verstand heraus. Ohne zu zögern packt er seine Notizbücher ein, um seiner besten Freundin auf einem Pfad ins Ungewisse beizustehen.
In ihrem verwunschenen Antiquariat hütet Margarete Althaus weit mehr als nur alte Folianten und Atlanten. Als alte Vertraute von Elias Lindemann kennt sie das Geheimnis jener Stadt, die auf keiner irdischen Karte verzeichnet ist.
An den Toren der lautlosen Stadt wacht Severin Dorn über die Kartensammlung der Verstorbenen. Er gewährt den Lebenden nur Einlass unter einer Bedingung: Sie müssen den Preis verstehen, den das ewige Erinnern verlangt.
Ein langgestreckter Raum unter dem offenen Gebälk eines alten Bürgerhauses, erhellt durch große Norddachfenster. Breite Zeichentische aus Eichenholz, Schubladenschränke voller Büttenpapier, kupferne Globen und der Geruch von Kiefernharz, Nelkenöl und staubigem Pergament füllen den Raum.
Ein verwinkeltes Ladengeschäft in einer engen Kopfsteinpflastergasse der Altstadt. Deckenhohe Nussbaumregale biegen sich unter dem Gewicht ledergebundener Folianten, Schaukästen bergen vergilbte Seekarten und alte Kompasse, während schwere Samtvorhänge den Straßenlärm dämpfen.
Eine über Jahrhunderte gewachsene, geheime Vereinigung von Geografen, Zeichnern und Archivaren, die das Wissen um die Stadt der Toten und die Übergänge im Verborgenen bewahren und nur an auserwählte Lehrlinge weitergeben.
Ein tief eingeschnittener Gebirgspass zwischen steilen, feuchten Schieferwänden, an dessen Grund ein eisiger Bach rauscht. Versteckt hinter einem Felssturz öffnet sich eine trockene Kaverne, deren Wände mit uralten Ocker- und Lapislazulifresken bedeckt sind, die Stadtansichten und Wanderer mit Laternen zeigen.
Eine weite, baumlose Hochebene, umgeben von schroffen Granitgipfeln, an deren Rand die Luft wie über einer Sommerstraße flirrt. Eine undurchdringliche, milchig-silberne Nebelwand versperrt den Weg, die erst beim Blick durch die Karte des Verstorbenen einen schmalen, leuchtenden Saumpfad freigibt.