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Im Dorf Eschenhain muss jedes Kind mit zwölf Jahren seinen geliehenen Namen abgeben. Als Lenas Zeremonie unaufhaltsam näherrückt, weigert sie sich, widerspruchslos in die Namenlosigkeit abzusteigen.
Mit eiserner Strenge wacht Bürgermeisterin Veronika Brandstetter über das Gesetz der Namensrückgabe. Doch hinter der Fassade aus Ordnung verbirgt sie ein finsteres Geheimnis.
Vor einem Jahr musste Bruno seinen Namen hergeben und lebt seither als Ausgestoßener im Wald. Als seine beste Freundin vor demselben Ritual steht, bricht er sein Schweigen.
Die alte Kräuterfrau Marta ist die Einzige im Dorf, die noch weiß, wie das Leben vor dem Namenstausch aussah. In ihrer Hütte hütet sie das verbotene Wissen einer vergessenen Zeit.
Ein kreisrunder Platz aus unebenem Basaltpflaster, gesäumt von Fachwerkhäusern mit steilen Dächern. Im Zentrum steht das erhöhte, steinerne Rednerpult für die Zeremonien.
Ein niedriges, aus Weidenruten, Moos und Erlenholz geflochtenes Versteck am sumpfigen Waldrand abseits der bewohnten Höfe.
Ein von dichten Weißdornhecken überwucherter Garten an einer Felsspalte, in dessen Mitte eine windschiefe Blockhütte voller Trockenbündel steht.
Das von der Bürgermeisterin geführte Gremium aus Dorfältesten, das die Vergabe und den Einzug der geliehenen Namen verwaltet.
Die bewaffnete Ordnungstruppe der Bürgermeisterin, die das Redeverbot bei Namensthemen überwacht und Ausgestoßene aus dem Dorf vertreibt.
Ein tiefes Tonnengewölbe unter dem Rathaus mit massiven Eichenregalen, verstaubten Folianten und eisenbeschlagenen Registraturtruhen.